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Oracle EBS: Warum 2026 das entscheidende Jahr für die Migration zu OCI ist

21 Januar 2026

Wenn Sie CIO eines mittelständischen Unternehmens (ETI) sind und Oracle E-Business Suite (EBS) einsetzen, managen Sie ein Paradox. Einerseits ist EBS das schlagende Herz Ihres Unternehmens: robust, bewährt und geprägt von jahrzehntelang gewachsenen Geschäftsregeln. Andererseits wird die zugrunde liegende Infrastruktur zunehmend zu einer technologischen und finanziellen Belastung für Ihr Unternehmen.

Die technologische Landschaft hat sich grundlegend verändert, und wenn Ihre Hardware sich dem Ende ihres Lebenszyklus nähert, wissen Sie vermutlich, dass die Serverpreise bis Dezember voraussichtlich um 15 bis 35 % steigen werden.

Wenn die Frage „Sollten wir in die Cloud gehen?“ heute obsolet ist, ist die Frage „Wann?“ entscheidend geworden. Die Antwort wird immer klarer: 2026 ist der Wendepunkt.

Es ist das Zusammenwirken von Hardware-Wartungszyklen, technologischer Reife und wirtschaftlichen Zwängen. Deshalb wird es zu einem strategischen Risiko, die Migration Ihrer EBS zu Oracle Cloud Infrastructure (OCI) über 2026 hinaus aufzuschieben.

1. Hardware-Erneuerung: die CapEx-Falle vermeiden und Agilität gewinnen

Für viele Unternehmen fand das letzte große On-Premise-Infrastruktur-Upgrade um 2020–2021 statt, häufig beschleunigt durch die Pandemie zur Unterstützung von Remote-Arbeit.

Im Jahr 2026 erreicht diese Hardware das Ende ihrer Lebensdauer (5 Jahre). Sie stehen damit vor einer Entscheidung:

  • Option A: Erneute hohe CapEx-Investitionen in neue Server, Storage und Kühlung (bei weiterhin unsicheren Lieferzeiten).
  • Option B: Umstieg auf OCI im OpEx-Modell und damit der dauerhafte Wegfall des Hardware-Managements.

Der zentrale Vorteil der Cloud – und von OCI – liegt in der Elastizität: Sie dimensionieren Ihre Infrastruktur nicht mehr für jährliche Lastspitzen, sondern zahlen nur für den tatsächlichen Verbrauch:

  • Für den Jahresabschluss die CPU-Leistung verdoppeln? Mit wenigen Klicks erledigt.
  • Am Wochenende gezielt herunterfahren, um Kosten zu sparen? Vollständig automatisierbar.
  • Bonus 2026: Der Zugriff auf Oracle Database Service auf OCI liefert häufig 30 bis 50 % höhere Performance als Standard-Hardware – dank der gemeinsamen Entwicklung von Software und Hardware (Exadata).

Im Jahr 2026 sind Budgets angespannt, und Liquidität in Serverinvestitionen zu binden, ist aus finanzieller Sicht nicht die beste Option. Eine Migration in diesem Jahr ermöglicht es, eine hohe CapEx-Investition in flexible, anpassbare Betriebskosten (OpEx) zu überführen.

2. Modernisieren ohne zu destabilisieren

Die berechtigte Sorge bei jedem ERP-Projekt ist eine Betriebsunterbrechung oder der Verlust von Funktionalitäten. Oracles Strategie für EBS auf OCI zeichnet sich durch Kontinuität aus. Es handelt sich nicht um eine Re-Implementierung, sondern um einen Wechsel der Hosting-Plattform:

  • Funktionsgleichheit: Sie behalten Ihre aktuelle Version, Ihre Daten und Ihre spezifischen Anpassungen, die den Wert Ihres Informationssystems ausmachen.
  • Benutzerkontinuität: Für die Fachbereiche bleiben Benutzeroberflächen und Prozesse unverändert.
  • Ausgereifte Werkzeuge: Im Jahr 2026 haben Tools wie der Oracle EBS Cloud Manager einen Reifegrad erreicht, der die Automatisierung eines Großteils der Migrations- und Umgebungsmanagement-Aufgaben ermöglicht (Klonen, Backups).

Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass OCI von Oracle für Oracle entwickelt wurde. Es handelt sich nicht um ein einfaches Lift & Shift von virtuellen Maschinen. Mit der Migration zu OCI profitieren Sie unmittelbar von strukturellen Verbesserungen:

  • Datenbank-Performance: Der Zugriff auf Oracle Exadata Cloud Service oder Base Database Service bietet Leistungsniveaus, die nur sehr wenige private Rechenzentren erreichen.
  • Backup-Management: Ihre Backups sind durch Replikation über mehrere Regionen hinweg abgesichert.

3. Der Imperativ der Künstlichen Intelligenz

Dies ist das strategisch wichtigste Argument für 2026. KI ist kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, den Sie aufbauen müssen.

Wenn Ihre Daten in einem On-Premise-Rechenzentrum eingeschlossen bleiben, wird Ihr ERP von modernen Innovationen isoliert. Durch die Migration von EBS zu OCI platzieren Sie Ihre Daten direkt neben den nativen KI- und Machine-Learning-Services von Oracle.

Sie können:

  • OCI Generative AI einfach mit Ihren EBS-Prozessen verbinden.
  • Oracle Analytics Cloud nutzen, um prädiktive Erkenntnisse aus Ihren historischen EBS-Daten ohne komplexe Netzwerk-Latenzen zu gewinnen.

Dies ermöglicht eine schrittweise Modernisierung, Use Case für Use Case, in Ihrem eigenen Tempo.

4. Senken Sie Ihren TCO (Total Cost of Ownership)

Das wirtschaftliche Argument ist eindeutig. Oracle hat die Migration zu OCI für EBS-Kunden finanziell äußerst attraktiv gestaltet:

  • Bring Your Own License (BYOL): Sie nutzen Ihre bestehenden Lizenzen auf OCI weiter, häufig mit reduzierten PaaS-Supportkosten.
  • Geringere Datenabgangskosten: OCI bietet deutlich niedrigere Kosten für den Datentransfer (Egress Fees) als andere Hyperscaler.
  • Support Rewards: Oracle bietet Programme, bei denen Ihre OCI-Nutzung Ihre Lizenz-Supportkosten reduzieren kann.

Studien zeigen regelmäßig eine TCO-Reduktion von 30 bis 50 % nach einer optimierten Migration von EBS zu OCI im Vergleich zum Verbleib On-Premise, wie auch dieser Bericht des Beratungsunternehmens IDC belegt.

5. Cybersicherheit: der Mittelstand als neues bevorzugtes Ziel

Während 60 % der Unternehmen ihre Investitionen in Cybersicherheit angesichts geopolitischer Instabilität erhöhen (Quelle), geben 21 % der mittelständischen Unternehmen an, in den letzten 12 Monaten Opfer eines Cyberangriffs gewesen zu sein (Quelle).

Der Mittelstand ist heute ein bevorzugtes Ziel: wertvolle Daten, aber selten das Budget für ein Cybersecurity-Team auf dem Niveau eines DAX-40-Konzerns.

Auf OCI ist Sicherheit „always on“. Verschlüsselung ist standardmäßig aktiviert. Zudem ermöglichen die wachsende Anzahl an Cloud-Regionen (einschließlich EU Sovereign Cloud) die Einhaltung regulatorischer Anforderungen (DSGVO), ohne die physische Komplexität von Servern managen zu müssen.

Fazit: Wandel nicht erdulden – sondern steuern

Das Jahr 2026 sollte nicht das Jahr sein, in dem Sie aus der Not heraus migrieren, weil Ihre Hardware versagt oder Ihre Datenbankversion nicht mehr unterstützt wird. Es sollte das Jahr sein, in dem Sie Ihr ERP in eine moderne, agile und KI-fähige Plattform transformieren.

Nach 2026 On-Premise zu bleiben bedeutet, mehr zu bezahlen – für weniger Performance und weniger Innovation. Der Weg zu OCI ist heute klar definiert, ausgereift und sicher.

Planen Sie eine Migration zu OCI, sind sich aber noch unsicher, welche Strategie zwischen Lift & Shift, Upgrade & Migrate und Replatforming die richtige ist?
Konsultieren Sie unseren Leitfaden für Entscheider, um die für Ihre Situation am besten geeignete Methode zu bestimmen.

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