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EBS zu OCI: Welche Migrationsstrategie soll man wählen? Der Leitfaden für Entscheidungsträger

22 Januar 2026

Sie haben das Ziel festgelegt: Oracle Cloud Infrastructure (OCI). Tatsächlich ist 2026 ein entscheidendes Jahr für die Migration Ihrer EBS auf OCI. Der Weg dorthin bietet jedoch mehrere mögliche Routen.

Die Wahl der falschen Migrationsmethode kann ein strategisches Projekt in ein technisches Dickicht verwandeln – mit allen daraus resultierenden Folgen (Budgetüberschreitungen, Serviceunterbrechungen usw.). Doch nichts zu entscheiden bedeutet ebenfalls, eine Chance zur Modernisierung zu verpassen.

Zwischen der Geschwindigkeit von Lift & Shift, der Notwendigkeit eines Upgrade & Migrate-Ansatzes und der Leistungsfähigkeit des Replatforming (Exadata) gibt es keine „beste“ Wahl im absoluten Sinne – sondern nur die Wahl, die zu Ihrem Kontext passt.

Dieser kurze Leitfaden hilft Ihnen dabei, diese drei Strategien für Ihre Oracle-E-Business-Suite-Umgebung zu entschlüsseln.

1. „Lift & Shift“: Der schnelle Weg

Dies ist der direkteste Ansatz und besonders attraktiv, wenn Ihr primäres Ziel die Kostensenkung ist. Sie nehmen Ihre bestehende Architektur (VMs, Betriebssystem, Datenbank, Applikation) und verschieben sie unverändert nach OCI, ohne Anpassungen an der Anwendung vorzunehmen. Es handelt sich somit um eine Infrastrukturänderung, nicht um eine Architekturänderung.

  • Ideales Szenario, wenn: Sie die Cloud validieren möchten, ohne die Anwendungsschicht anzutasten, oder wenn Sie ein Rechenzentrum kurzfristig verlassen müssen (Mietende, kritischer Hardwareausfall). Sie profitieren sofort von der Elastizität und Verfügbarkeit der Cloud.
  • Vorteile: Moderate Migrationskosten, sofortige Einsparungen, minimaler Aufwand, reduzierte Serviceunterbrechungen.
  • Projektdauer: 10–20 Wochen. Dies ist die schnellste Migration; der Produktivwechsel erfolgt innerhalb weniger Stunden.
  • Hauptnachteil: Sie übernehmen Ihre technische Schuld. Ist Ihr EBS On-Premise langsam, wird es (wahrscheinlich) auch in der Cloud langsam sein – es sei denn, die zugrunde liegende Hardware ist deutlich leistungsfähiger.
  • Erforderliche Kompetenzen: OCI-Infrastruktur, Oracle-Tools (EBS Cloud Manager, ZDM).

Fazit: Lift & Shift ist ideal als erster Schritt in die Cloud, stellt jedoch kein Endziel dar. Sobald Sie auf OCI sind, können Sie schrittweise modernisieren.

2. „Upgrade & Migrate“: Die Standardisierung

Diese Strategie kombiniert den Umzug mit einem größeren Upgrade, in der Regel von EBS 12.1 (oder älter) auf Version 12.2 sowie einem Datenbank-Upgrade auf 19c.

  • Ideales Szenario, wenn: Ihre aktuelle Version nicht mehr unterstützt wird (oder der Extended Support zu teuer ist) und Sie die neuen funktionalen Möglichkeiten von 12.2 benötigen. Sie modernisieren Ihr EBS und migrieren gleichzeitig nach OCI.
  • Vorteile: Sie landen auf einer sauberen Plattform mit den neuesten EBS- und Oracle-DB-Funktionen, die Ihnen durch verbesserte Performance einen mittelfristigen ROI bietet. Sie sind für die nächsten 10 Jahre abgesichert, mit Support bis 2036.
  • Projektdauer: 30 bis 56 Wochen, abhängig von der Komplexität der Anpassungen und den erforderlichen Tests.
  • Hauptnachteil: Die Komplexität. Sie managen zwei gleichzeitige Veränderungsdimensionen (Infrastruktur + Applikation). Regressionstests müssen umfassend sein und eine fachliche Validierung der neuen Versionen erfordern.
  • Erforderliche Kompetenzen: Funktionale und technische EBS-Kompetenzen, Expertise in Oracle-DB-Upgrades, OCI-Know-how.

Fazit: Unverzichtbar, wenn Sie noch auf 12.1 oder einer früheren Version sind. Es ist ein komplexes Projekt, aber das einzige, das langfristige Zukunftssicherheit garantiert.

3. „Replatforming“ auf Exadata Cloud Service: Reine Performance

Möchten Sie an Geschwindigkeit gewinnen und innovative Projekte (KI) entwickeln? Hier liefert OCI den größten geschäftlichen Mehrwert. Sie migrieren die Applikation auf virtuelle Maschinen und verlagern die Datenbank auf den Exadata Cloud Service.

  • Ideales Szenario, wenn: Ihr EBS das Herzstück Ihres Unternehmens ist. Sie leiden unter langsamen Monats- und Jahresabschlüssen, Gehaltsabrechnungen oder Prozessen in der Supply Chain. Ihre IOPS (Ein-/Ausgabeoperationen) sind ausgelastet.
  • Vorteile:
    • Extreme Performance: Exadata ist speziell für Oracle-Datenbanken konzipiert (Smart Scan, intelligentes Caching).

    • Reduzierter Administrationsaufwand: Weniger Zeit für Tuning und Hardware-Wartung.

    • Konsolidierung: Häufig können mehrere Datenbanken auf einem einzigen Exadata konsolidiert werden, was Lizenzkosten reduziert.

  • Projektdauer: 20–30 Wochen, mit zusätzlichem Zeitbedarf für Exadata-Optimierung und -Tuning.
  • Hauptnachteil: Höhere Anfangskosten (auch wenn der TCO durch Konsolidierung oft günstiger ist) sowie notwendige architektonische Anpassungen, um Exadata Cloud Service optimal zu nutzen.
  • Erforderliche Kompetenzen: Exadata-Know-how und fortgeschrittene DB-Optimierung, Oracle-Cloud-Architektur, EBS-Performance-Expertise.

Fazit: Wenn Performance Ihre Priorität Nr. 1 ist, ist dies die überzeugendste Option. Es ist der qualitative Sprung, der das Projekt gegenüber den Fachbereichen rechtfertigt.

Kurzer Vergleichsleitfaden:


 

Fazit: Was ist Ihre Ambition für 2026?

Es ist entscheidend, Ihre Migrationsstrategie mit Ihren Business-Zielen in Einklang zu bringen. Technische Einschränkungen lassen sich mit dem richtigen Partner immer überwinden.

  • Wenn Sie sofort Kosten senken müssen: Entscheiden Sie sich für Lift & Shift.
  • Wenn Sie den Support absichern müssen: Starten Sie ein Upgrade & Migrate.
  • Wenn Sie Ihren operativen Prozessen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen: Wagen Sie das Replatforming auf Exadata.

Die gute Nachricht? Auf OCI ist nichts in Stein gemeißelt. Sie können mit einem „Lift & Shift“ beginnen, um Ihre Daten zu sichern, und sechs Monate später Ihre Datenbank auf Exadata umstellen. Entscheidend ist, den ersten Schritt zu machen.

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